Ich heiße Jasmin Kosubek und habe lange Jahre als Moderatorin und Produzentin der YouTube-Sendung "Der fehlende Part" gearbeitet. Anfang 2022 habe ich mit meinem eigenen YouTube-Projekt begonnen und freue mich über die Resonanz. Es ist ein Privileg, das, was ich liebe, mit euch zu teilen. Ich möchte mit interessanten Menschen über allerlei kuriose, spannende und auch kontroverse Themen sprechen. Ich möchte meinen und euren Horizont erweitern. Thematisch sollte für jeden etwas dabei sein.

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Jasmin Kosubek

Wann wird aus Enttäuschung über ein Land der Wunsch, es zu verlassen?

Sucharit Bhakdi beschreibt Deutschland im Gespräch als ein Land, das für ihn lange Heimat war und zu dem sich sein Verhältnis in den vergangenen Jahren grundlegend verändert hat.

Was müsste passieren, damit ihr selbst darüber nachdenken würdet, Deutschland zu verlassen? Und was müsste sich ändern, damit ihr bleiben wollt? Schreibt es in die Kommentare.

🎙️ Gast: Sucharit Bhakdi

▶️ https://youtu.be/u4d5hNzQUJQ

1 day ago | [YT] | 891

Jasmin Kosubek

„Es gibt in der AfD Leute, die ich für gefährlich halte.“ Sahra Wagenknecht auf die Frage, ob sie die Gefahr durch die AfD unterschätzt.

Gleichzeitig hält sie es für „völlig überzogen“, die gesamte Partei als rechtsextrem oder faschistisch zu bezeichnen. Genau hier verläuft eine der zentralen Konfliktlinien des Interviews.

Wagenknecht kritisiert Teile der AfD deutlich, lehnt aber die Brandmauer ab und verteidigt Gespräche mit der Partei. In Sachsen-Anhalt könnte genau diese Haltung politisch entscheidend werden.

Im Interview erklärt sie, wo für sie die Grenzen einer Zusammenarbeit liegen und warum sie den bisherigen Umgang mit der AfD für falsch hält.

🎙️ Gast: Sahra Wagenknecht

▶️ https://youtu.be/OBGYn9yflaw

2 days ago | [YT] | 519

Jasmin Kosubek

Neues Interview ist online, und diesmal war es anders.

Daniele Ganser war schon oft bei mir. Ich kenne seine Thesen, ihr kennt sie auch. Diesmal habe ich an einer Stelle nachgehakt, und daraus ist der interessanteste Moment des Gesprächs geworden.

Ganser erklärt, warum für ihn das Weglassen das stärkste Mittel der Propaganda ist. Er führt das an der Kubakrise vor: Als Student habe er gedacht, Chruschtschow liege falsch, bis er gemerkt habe, dass die USA vorher Raketen in der Türkei aufgestellt hatten. „Indem man etwas weglässt, verdreht man die Geschichte." Dasselbe wirft er deutschen Medien bei der Ukraine vor, weil sie 2022 anfingen und nicht 2014.

Kurz danach habe ich ihm seinen eigenen Post über das Interview mit dem russischen Botschafter vorgehalten. Er hatte darin zitiert, aber die Stelle ausgelassen, an der der Botschafter sagt, man sei „noch nicht bereit", die mächtigsten Waffen zu nutzen. Seine Antwort: „Das habe ich nicht in diesem Post geschrieben, das stimmt." Und später: „Vielleicht hätte ich das noch deutlicher machen sollen."

Wir reden außerdem über Leipzig, über Gaza und den Internationalen Gerichtshof, über Merz.

Am Ende habe ich ihn gefragt, was er in zwanzig Jahren über den Menschen gelernt hat. Und dann, was über sich selbst. Da wurde es still und ehrlich. Er sagt, er werde niedergeschlagen, wenn er den ganzen Tag Kriegslügen untersuche, und übe deshalb bewusst Dankbarkeit.

▶️ https://youtu.be/6A5UmDz3pRQ

4 days ago | [YT] | 1,593

Jasmin Kosubek

„Ich bin mir nicht sicher." Sahra Wagenknecht auf die Frage, ob sie heute noch einmal in die Politik gehen würde.

Es war die letzte Frage des Interviews, der Zeitplan war auf die Minute getaktet, danach ging es direkt weiter zum nächsten Termin. Und ausgerechnet da wird sie konkreter als bei allem davor.

Sie geht die Parteien durch. Die Linke, aus der sie 2023 ausgetreten ist, nicht mehr. Die AfD, mit der ihre Partei in Sachsen-Anhalt gerade sondiert, auch nicht. Die anderen erst recht nicht. Was bleibt, ist ein Satz, der sehr viel über die Lage ihrer eigenen Gründung sagt: Ohne das BSW wäre sie gar nicht mehr dabei.

Ab dem 1. Oktober trägt die Partei ihren Namen nicht mehr im Titel.

Im ganzen Interview geht es um Sachsen-Anhalt, die Enthaltung im dritten Wahlgang, die Sondierung mit der AfD und darum, was in Thüringen wirklich passiert ist.

▶️ https://youtu.be/OBGYn9yflaw

6 days ago | [YT] | 807

Jasmin Kosubek

Neues Interview ist online — und dieses hier hatte ein Tempo, das ich selten erlebt habe.

Sahra Wagenknecht kommt an, im Aufzug machen wir ein Selfie, und dann läuft schon die Kamera. Das Ende steht vorher fest: 17:40 Uhr, danach geht es weiter zu Maischberger. Genau so sieht ihr Leben gerade aus. Sie macht Wahlkampf, obwohl sie nicht mehr Parteivorsitzende ist, sondern nur noch Vorsitzende der Grundwertekommission. Und ich hatte während des Gesprächs mehr als einmal den Eindruck: Diese Frau wird gerade zerrieben. Zwischen dem, was sie gegründet hat, und dem, was daraus geworden ist.

Ich habe sie gefragt, wie sich das eigentlich anfühlt. Bei Lanz zu sitzen und als Steigbügelhalterin der AfD zu gelten. Ob sie sich selbst noch als Antifaschistin sieht. Wie sie die Enthaltung im dritten Wahlgang in Sachsen-Anhalt begründet, wo es 39 zu 39 steht und eine einzige Stimme in geheimer Wahl entscheidet, wer dieses Land regiert. Und was sie sich selbst ersparen würde, wenn sie noch einmal anfangen könnte.

Sie antwortet auf all das professionell und ruhig. Kein Ausweichen, kein Angriff auf mich, keine dieser Pausen, in denen jemand nach der richtigen Formulierung sucht. Ich weiß bis heute nicht, ob das Souveränität ist oder Panzerung. Vielleicht ist es nach zwanzig Jahren in diesem Betrieb dasselbe.

Schaut es euch an und sagt mir, wie ihr das seht.

▶️ https://youtu.be/OBGYn9yflaw

1 week ago | [YT] | 2,322

Jasmin Kosubek

Er wirft den Deutschen vor, kein Mitgefühl zu haben. Das war der Anfang unseres Gesprächs. Ich habe es so verstanden, dass er dabei die gesamten Erlebnisse und Beobachtungen der Corona-Zeit vor seinen Augen hat.
Am Ende habe ich ihn gefragt, ob er selbst welches hat. Für seine früheren Kollegen, für die Universitäten Mainz und Kiel, die sich in der Corona-Zeit öffentlich von ihm distanziert haben. Er bejaht dies nicht, sondern betont nur, dass er keine Antipathie empfinde.
Was mich dabei bewegt ist die Frage, ob diese zwei Antworten hinsichtlich des Empfindens von Mitgefühl auf einen inneren Widerspruch schliessen lassen. Was meint Ihr dazu? Besteht hier ein Widerspruch?
Im selben Gespräch sagt er über seine Jahre hier: „Ich war erfolgreich und die Deutschen haben es mir gegönnt."

▶️ https://youtu.be/u4d5hNzQUJQ

1 week ago (edited) | [YT] | 1,591

Jasmin Kosubek

Ich bin mit einer langen Fragenliste zu Sucharit Bhakdi gefahren und mit etwas anderem zurückgekommen. Mir gegenüber saß kein Kämpfer. Mir gegenüber saß ein Mann, der nicht fassen kann, was mit diesem Land passiert ist.

„Ich bin deprimiert, wenn ich sehe, wie dieses Land auch regiert wird. Es ist so hoffnungslos."

Dabei war das einmal anders. Er kam mit knapp siebzehn nach Deutschland und fühlte sich „eigentlich sofort zu Hause". Über seine Laufbahn sagt er: „Ich war erfolgreich und die Deutschen haben es mir gegönnt." Vor zehn Jahren hat er den deutschen Pass beantragt, weil er dachte, er bleibt für immer. „Ich habe gesagt, hier will ich auch sterben."

Heute sagt er: „Ich muss aus diesem Land weg." Zurück nach Thailand. Es geht nur nicht, weil sein Sohn hier zur Schule geht. Der Junge ist neun. Bhakdi wird im November achtzig.

Was er sich wünscht, ist erstaunlich unspektakulär. „Ich will nicht, dass es eine Rebellion gibt. Ich will nicht, dass Gewalt gibt. Ich möchte nur, dass die Deutschen endlich lernen, Nein zu sagen." Nein wozu? „Zu allem, was menschenunwürdig ist."

Ich teile längst nicht alles, was er sagt, aber die Traurigkeit in diesem Gespräch war echt, und sie hat mich beschäftigt.

Meine Frage an euch: Was berührt euch im Moment am meisten?

▶️ https://youtu.be/u4d5hNzQUJQ

1 week ago | [YT] | 6,372

Jasmin Kosubek

Christian Stecker ist Professor für das Politische System Deutschlands an der TU Darmstadt. Er ist in Halle geboren, er lebt dort, und am Sonntag wird dort gewählt. Ich hatte einen Fachmann erwartet, der mir die Lage erklärt. Bekommen habe ich jemanden, der so ruhig und so unaufgeregt spricht, dass man erst später merkt, wie steil das eigentlich war, was er gesagt hat.

Sein zentraler Befund: Die Brandmauer hat die AfD nicht geschwächt, sie hat die Union geschwächt. „In der Fundamentalopposition wird niemand halbiert. Wenn man nicht alles falsch macht, wächst man." Und über die andere Hälfte des Problems: Merz habe „links ist vorbei" gesagt, nachdem er sich selbst alle Mehrheiten verboten hatte, die er dafür bräuchte.

Sein Gegenvorschlag heißt flexible Mehrheiten. Also nicht mehr in Koalitionen denken, sondern Thema für Thema Mehrheiten suchen, nach links wie nach rechts. Das klingt trocken und prozedural, und genau deshalb habe ich nachgehakt, ob das nicht völlig realitätsfern ist. Seine Antwort darauf ist der ehrlichste Teil des Gesprächs.

Zwei Dinge haben mich am meisten beschäftigt. Erstens sein Satz, dass 40 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt vermutlich keine Faschisten sind und die anderen vermutlich keine Volksverräter, und dass unsere Aufgabe eigentlich nur darin bestünde, aus dieser Lage etwas zu machen. Zweitens, dass er selbst am Sonntag nicht wählen geht, um beruflich nüchtern bleiben zu können, während er es von allen anderen ausdrücklich erwartet.

Wir haben eine Stunde über Parteipolitik geredet, und irgendwann habe ich ihm gesagt, was ich wirklich denke: Das bindet unendlich Energie in diesem Land und schöpft keinen Wert. Er hat mir nicht widersprochen.

Meine Frage an euch: Was müsste konkret passieren, damit ihr das Gefühl habt, dass eure Stimme am Sonntag tatsächlich etwas verändert?

▶️ https://youtu.be/mIh8tN7WlEg

2 weeks ago | [YT] | 1,119

Jasmin Kosubek

Ich möchte hier auf meinen persönlichen Podcast "Ganz ehrlich" hinweisen. Ich könnte mir vorstellen, dass es einige interessieren könnte was nach "großen Interviews" bei mir passiert.

Nach den großen Interviews falle ich regelmäßig in ein Loch. Ich nenne das meine Post-Interview-Depression: Ich schaue das Gespräch tagelang nicht an, die Kommentare lese ich nicht selbst, und ich zweifle erst mal an allem.

Beim Siegmund-Interview war das nicht anders.

In unserem Podcast „Ganz ehrlich" habe ich mit Benedikt Zeitner darüber gesprochen - wie ich Siegmund vor Ort erlebt habe, warum ich meine Fragen so gestellt habe, wie ich sie gestellt habe, und wo Benedikt findet, dass ich zu milde war.

Wenn dich interessiert, was hinter so einem Gespräch passiert und wie ich mit dem Feedback umgehe: Die Folge ist online. ▶️ https://youtu.be/QxcO8HhNRAQ

3 weeks ago | [YT] | 1,295

Jasmin Kosubek

Für mich war dieses Gespräch noch mal eine andere Liga und eine echte Herausforderung. Wir haben es schließlich mit „Deutschlands gefährlichstem Mann" zu tun. Ist er das?
Ich kann nur sagen: Er ist wirklich extrem gut mit Menschen. Und er hat Bock. Diese Stimmung zieht Leute an. Das ist erst mal meine Beobachtung.
Im Gespräch wollte ich natürlich auch auf die kritischen Punkte eingehen, und die haben viel mit dem AfD-Personal zu tun. Wo werden seine Grenzen überschritten? Welches Gedankengut ist in seinem unmittelbaren Umfeld unterwegs? Und wie geht er damit um, wenn man ihn damit konfrontiert?
Eine Prognose, wie die Wahl am 6. September ausgeht, kann ich nicht abgeben. Aber ich sehe, wie er die Menschen bewegt. Die einen haben Angst vor dem, was kommt. Die anderen stimmt es hoffnungsvoll.
Zu welchen gehörst du?
https://youtu.be/v2Yq0MF8xbM

3 weeks ago | [YT] | 4,388